Das Lernatelier der Stufe 6 – Ein Raum für individuelles Lernen und gemeinsames Wachsen

Das Lernatelier der Stufe 6 bildet das Herzstück unseres pädagogischen Konzepts. Vier ehemalige Klassenräume wurden zu einem großen, offenen Lernraum verbunden, in dem die Schülerinnen und Schüler der fünf Klassen der Jahrgangsstufe gemeinsam lernen. Diese räumliche Gestaltung ermöglicht flexible Lernsettings, vielfältige Arbeitsformen und eine neue Qualität der Zusammenarbeit.

Individuelle Lernzeiten und gezielte Förderung

In den täglichen individuellen Lernzeiten arbeiten die Kinder selbstständig an ihren Aufgaben und persönlichen Lernzielen. Hier findet auch gezielte Einzelförderung statt: Lerncoaches und Lerngleiter*innen unterstützen die Schülerinnen und Schüler bedarfsgerecht, begleiten Lernprozesse und helfen beim Erreichen der individuellen Ziele.

Bereits in Klasse 5 wurden alle Kinder in Farbteams eingeteilt. Jedes Farbteam besteht aus zwei Gruppen, die jeweils von einer Lehrkraft als Lerncoach bzw. Lerngleiter*in begleitet werden. In Stufe 6 arbeiten somit 10 Teams mit jeweils etwa 12 Schülerinnen und Schülern im Lernatelier zusammen.

Verlässliche Inputs – klare Strukturen

Neben den offenen Lernzeiten gibt es jede Woche feste Input-Stunden in Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch, die in den jeweiligen Farbgruppen stattfinden. Diese klar strukturierten Unterrichtsphasen vermitteln Grundlagen, führen in neue Themen ein und geben Orientierung für das selbstständige Arbeiten.

Ganzheitliche Bildung: Sozialtraining, Sport und Prävention

Zur Stärkung sozialer Kompetenzen und zur Förderung eines gesunden Miteinanders gehören regelmäßiges Sozialtraining, vielfältige Sportangebote sowie das Präventionsprogramm „Mobbing und Du“ fest zum Wochenrhythmus. Ergänzt wird dies durch individuelle Lerncoaching-Gespräche, in denen persönliche Lernwege reflektiert und weiterentwickelt werden.

Werkstattunterricht am Nachmittag

Der Nachmittagsunterricht umfasst alle Nebenfächer und wird im Werkstattunterricht organisiert. Hier arbeiten die Schülerinnen und Schüler projektartig, erkunden Themen selbstständig oder in Gruppen und können ihre Stärken kreativ einbringen.

Lerntagebuch und digitale Begleitung

Eine zentrale Rolle im Lernprozess spielt das Lerntagebuch. Darin dokumentieren die Kinder ihre Arbeitsergebnisse, formulieren Wochenziele, reflektieren ihren Lernweg und halten Ergebnisse aus den Lerncoaching-Gesprächen fest. Es dient sowohl der persönlichen Planung und Entwicklung als auch der transparenten Kommunikation mit den Eltern.

Ergänzend dazu gewinnen digitale Plattformen zunehmend an Bedeutung – sowohl für das Lehren und Lernen als auch für die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus.

Lernen in der Stufe – nicht mehr nur in der Klasse

Der Fokus liegt nicht mehr auf der einzelnen Klasse, sondern auf der gesamten Jahrgangsstufe. Diese Organisationsform schafft mehr Austausch, stärkt die Gemeinschaft und eröffnet gleichzeitig vielfältige Räume für individuelle Förderung und Unterstützung.

Das Graduierungssystem – mehr Freiheit durch Verantwortung

Ein besonderes Element ist das Graduierungssystem. Anhand von Ausweisen erhalten die Schülerinnen und Schüler – abhängig von ihrer Arbeitshaltung und ihrem Verantwortungsbewusstsein – verschiedene Freiheiten. Dazu gehören die selbstständige Wahl des Lernortes im Schulhaus und die Auswahl geeigneter Lernpartner*innen. So lernen die Kinder zunehmend eigenverantwortlich und reflektiert zu arbeiten.